“Zwischen Emotionen und wahren Gefühlen unterscheiden”

Kein Mensch kommt völlig frei von Prägungen auf die Welt. Mit den äußeren Augen sehen wir ein Baby und sind sehr berührt von diesem kleinen Geschöpf. Wir halten es ehrfurchtsvoll in den Händen und sehen die zarten Glieder, spüren die weiche Haut und halten dieses wunderbare kleine Wesen an unsere Nase, um den herrlichen Duft in uns aufzunehmen. Wir sind wirklich sehr berührt, selbst das Schreien dieses kleinen Erdenbürgers empfinden wir als nicht so schlimm, anders wenn größere Kinder oder gar Erwachsene laute Töne von sich geben. Kurz – wir sind fasziniert und sehr berührt von einem Baby. Wahrscheinlich spüren wir in diesem Moment auch den klaren Göttlichen Teil dieses Wesens, sein Höheres Selbst. In diesem Moment der Faszination nehmen wir nicht wahr, dass wir möglicherweise eine alte Seele vor uns haben. Wir wissen nicht, was sie mit bringt, was sie bearbeiten möchte, welche Themen sie im Gepäck hat. Das ist schon fast komisch oder? Wir sehen mit den äußeren Augen etwas, das ganz jung, zart, frisch und unbelastet scheint. Mit den inneren Augen könnten wir sicherlich erkennen, wen oder was wir wirklich vor uns haben. Und wenn es sich um ein neues Familienmitglied handelt, das zu uns gekommen ist, wäre es natürlich sehr interessant und sogar hilfreich, würden wir wissen, was wir gemeinsam zu bearbeiten haben. Es geht um die emotionalen und mentalen Speicherungen, die wir alle in uns tragen, egal, ob wir zum zweiten oder zum zweitausendsten Mal hier auf der Erde sind. Wir sind nicht unbeleckt, wir sind ein Bündel von Speicherungen, die wir hier erneut mit neuen Erlebnissen und Erfahrungen füttern oder/und in dieser spannenden Zeit der Erdentwicklung integrieren und auflösen. So hat mancher von uns viel eingepackt in diesen Rucksack, wie mein geistiger Freund Kryon es gern formuliert.

Nehmen wir an, wir haben einen vollen Rucksack, dann können wir davon ausgehen, dass wir sicherlich Menschen treffen, mit denen wir diese Themen bearbeiten wollen. Vielleicht ist es sogar das Baby, dass in unsere Familie kam. Egal ob als eigenes Kind, als Enkel, als Neffe oder als Nachbarskind. Alle Menschen, die wir treffen, mit denen wir länger verweilen, sind Lehrer für uns oder – Saint Germain sagt es immer gern – Sparringspartner. Wir leben und agieren mit ihnen unsere emotionalen Speicherungen aus. Vielleicht ist es ein Ehepartner, ein Elternteil, eine gute Freundin.. Wenn wir so – auch rückwirkend – unser Leben betrachten, Stück für Stück, wie in einem Film, wird uns sicher so manches bewusster, klarer, wir verstehen Begegnungen, auch schmerzvolle. Wir erkennen, warum gewisse, sogar traumatische Erlebnisse stattfanden, warum sie uns so sehr berührten, und vielleicht auch, welche tieferen Themen damit verbunden sind. Manchmal, wenn wir dies Revue passieren lassen und erkennen, warum was geschah, seufzen wir tief, das bedeutet meist, das wir es wirklich loslassen können. Vielleicht hast Du auch jetzt oder später den Impuls, eine kurze Zeitreise zu unternehmen, indem du Dein Leben Revue passieren lässt. Du machst „Stopp“ bei den Begegnungen, die du als glücksbringend oder dramatisch erlebtest. Auch bei denen, die sehr schmerzhaft waren. Erlaube Dir, die Emotionen nach oben kommen zu lassen. Lasse sie zu, verdränge sie nicht, und verweile so lange in ihnen, bis du spürst, sie lösen sich auf.

Eine ganz wichtige Information gaben mir die geistigen Freunde, zu so einer Selbstanalyse: In dieser hochschwingenden Zeit sind Erkenntnisse fast wie eine Auflösung. Denn wir leben in einer Zeit der Neuen Energie, unterstützt mit einer großen Gnade der Göttlichen Mutter, die die Führung der Erde seit kurzem übernommen hat. Das heißt, alles, was wir erkennen, ist bereit für eine Auflösung. Und sie wird geschehen, wenn wir wirklich bereit sind, loszulassen. Alle schmerzhaften und auch traumatischen Emotionen, die wir gespeichert haben, dürfen jetzt gehen. Das ist besonders wichtig, damit wir an unsere wahren Gefühle heran kommen. Die wahren Gefühle, die der göttlichen Liebe, der Kraft von allem was ist. Die kosmische Leiter, die unsere Schöpfung ausmacht, besteht aus vielen Dimensionen und Anteilen unseres eigenen Seins. Unsere nächsthöhere Instanz, die die Göttliche Energie repräsentiert, ist unser Höheres Selbst. Dieses Selbst sammelt zwar alle unsere emotionalen und mentalen Erlebnisse, aber es identifiziert sich nicht damit. Es ist so, als hätte es einen großen Koffer, indem es alle Erfahrungen seiner ausgesandten Anteile sammelt. Aber sie beeinflussen es nicht. Es ist sehr wichtig, das zu verstehen. Wir glauben meist noch, das wir das sind, was wir erlebt haben. Aber wir sind ein Göttliches Wesen mit Erderfahrungen. Je mehr wir von den alten Speicherungen aufgelösen, desto mehr können wir dieses wahre göttliche Selbst fühlen, es wahr nehmen. Wir docken uns sozusagen an einen weiteren Teil der kosmischen Leiter an, die letztlich in die Quelle, dem Urgedanken führt.

Wir sind auf dem Heimweg. Das wahre Fühlen ist ohne Wertung, es ist einfach! Hier noch eine kleine Übung, um ein bisschen mehr in das wahre Fühlen hineinzukommen: Lege Deine Hand auf Dein Herz. Dort lass es einen Moment ruhen. Was jetzt geschieht ist: Die Energie, die aus deinem Handchakra fließt (damit arbeiten übrigens viele Heiler) strömt in deine Brust und breitet sich dort aus. Vielleicht spürst du, wie dein physisches Herz berührt wird. Dabei könnte es warm werden oder, für dich scheinbar, ausweitet. Je länger du deine Hand auf der Brust liegen hast, desto intensiver breitet sich die Energie aus. Bald spürst du ein Kribbeln in den Füssen, ein Pocken im Kopf oder du hast ein die Idee, Watte würde über deinem Kopf schweben. Wenn du diese Übung im Liegen machst, bemerkst du vielleicht bald, dass es sich so anmutet, als würdest du schweben. All das macht die Göttliche Energie, das Feld der Einheit, das du mit deinem Handchakra in einer hohen Qualität in dich selbst hineinleitest. Salopp ausgedrückt fügst du dich selbst wieder in die göttliche Blaupause deines Körpers ein. Interessant, nicht wahr? Nach einer weiteren Weile bemerkst du, dass alle äußeren Einflüsse dich nicht mehr berühren. Jetzt ist die Zeitqualität da, dich deinem eigenen Gefühl, deinem wahren Sein hinzugeben. Vielleicht magst du sogar eine Frage in dich selbst hineinstellen. Etwas, das dich grad sehr bewegt. Lausche, die Antwort kommt als Gefühl oder als ein Gedankenstrom. Je öfter du in dieser Verbindung bist und dich selbst fühlen kannst, je mehr öffnest du dich deinem wahren Sein, dem, was du wirklich bist. Die geistigen Freunde nennen es Verlichtung.

Barbara Bessen.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift “Pulsar” 7/2014

www.barbara-bessen.com

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